„Persönlich“ ist eines der Wörter, das Paare am häufigsten benutzen – und gleichzeitig eines der unklarsten.
Was heißt das eigentlich? Bedeutet es, alles zu erzählen? Sehr intim zu werden? Oder möglichst viel aus der eigenen Geschichte einzubauen?
Diese Fragen begegnen mir oft. Und sie sind berechtigt. Denn nicht jede Nähe fühlt sich für jeden Menschen gleich an.
Persönlich heißt nicht privat
Eine freie Trauung darf persönlich sein, ohne Grenzen zu überschreiten. Es geht nicht darum, intime Details öffentlich zu machen oder Dinge zu erzählen, die eigentlich geschützt gehören.
Persönlich bedeutet vielmehr:
- dass Informationen zu euch und euren Gästen stimmen
- dass ihr euch wiedererkennt
- dass eure Art, miteinander zu sein, spürbar wird
Manchmal reicht dafür ein einziger Satz. Oder ein kleines Detail, das euch beschreibt, ohne erklärt werden zu müssen.
Nähe entsteht nicht durch Information
Viele Paare glauben zunächst, eine Rede werde umso persönlicher, je mehr man erzählt. Meine Erfahrung ist eine andere. Nähe entsteht nicht durch Menge, sondern durch Auswahl. Durch das Weglassen von allem, was zwar interessant wäre – aber nicht wesentlich. Eine gute freie Trauung fragt nicht: Was können wir alles erzählen? Sondern: Was hat dazu geführt, dass ihr euch ineinander verliebt habt? Was hat dazu beigetragen, dass ihr überhaupt heiraten wollt?
Jede Beziehung hat ihren eigenen Raum
Manche Paare sind sehr offen, andere zurückhaltender. Beides ist richtig. Persönlichkeit zeigt sich nicht nur im Inhalt, sondern auch im Ton.
Eine Freie Trauung darf…
- leise sein
- humorvoll sein
- klar sein
- zurückhaltend sein
- oder emotional, ohne überwältigend zu werden
Persönlich ist das, was sich für euch sicher anfühlt.
Die Rolle der freien Traurednerin
Eine Traurednerin spürt diesen Raum mit euch gemeinsam aus. Sie hört zu, stellt Fragen – und achtet sehr genau darauf, wo Nähe gut tut und wo sie zu viel wäre. Ihre Aufgabe ist es, Grenzen zu respektieren und auszubalancieren, was einen Platz in der Rede finden sollte und was nicht. Dazu gehören auch alle sensiblen Themen und Herausforderungen wie der Tod eines geliebten Menschen, der nun nicht bei der Trauung dabei sein kann oder der Verlust eines (ungeborenen) Kindes. Ein großer Familienstreit, weshalb womöglich nur die halbe Familie anwesend sein kann. Das ist das Leben und alles davon soll den richtigen Platz finden. Eine erfahrene Rednerin fragt nach, wägt ab und findet die richtigen Worte.
Woran ihr merkt, dass es für euch richtig ist
Ein gutes Gefühl entsteht, wenn…
- ihr euch nicht erklären müsst
- eure Wünsche ernst genommen werden
- nichts „erzwungen persönlich“ wirkt
- ihr euch vorstellen könnt, die geteilten Informationen auch in ein paar Jahren noch zu hören
Dann darf eine Trauung persönlich sein – auf eure Weise. Sie ist kein Beweis von Nähe. Sie ist ein Ausdruck davon.
Und dieser Ausdruck darf so unterschiedlich sein wie die Menschen, die diesen wichtigen Schritt gemeinsam gehen.
Wenn ihr auch an diesem Punkt seid und heiraten möchtet oder ein Gesprächsangebot für euch selbst und als Paar sucht, dann seid ihr hier genau richtig!
